April, April! Zelt kaputt & Schnee – Osterfahrt 2016

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CAM01652 - KopieAuf Fahrt gehen. Abenteuer erleben, die Welt entdecken. Genau aus diesen Gründen traf unsere Fahrtengruppe bestehend aus 5 Personen am Dienstag, den 29.03.2016 zusammen. Wir waren zwei Gruppenleiter und drei Sipplinge, welche eher noch nicht auf Fahrt gegangen sind oder sogar erst seit neustem dabei sind.

Zusammen haben wir vor Abfahrt unseres Zuges noch besprochen, was wir essen wollen und haben dementsprechend eingekauft. Auch das Zelt und diverse Sachen die man noch benötigt, wurden eingepackt.

Dann machten wir uns los. Wir fuhren mit dem Zug erstmal nach Eisenach, welches wir in unserer 55-minütigen Umsteigezeit ein wenig betrachteten und bekamen dann aufgrund diverser Baustellen die Haltestelle innerhalb Eisenachs den Bus nur sehr knapp.

In Ruhla angekommen, haben wir uns erstmal einen kleinen Überblick auf der Karte verschafft und aufgrund einer rutschenden Hose einen Gürtel aus einem Seil improvisiert.

Nach und nach, liefen wir uns ein, bis wir schließlich einen Platz fanden, bei dem man gut sein Nachtlager aufschlagen konnte. Zwei von uns füllten den 10 Liter Wassersack an einem nahen Bach auf und die anderen knüpften in der Zeit die Planen des Zeltes zusammen. Nachdem wir dann zu Abend gegessen haben und einige Geschichten gehört hatten, gingen wir dann auch schlafen und erwachten am nächsten Morgen erst relativ spät. Nach dem Frühstück gingen wieder zwei von uns zum Bach um das Geschirr zu spülen und die anderen drei bauten im Nieselregen das Zelt ab.

Dann begann der Tag 2 auch erst richtig: Nach einigen Metern laufen, fiel uns auf, das die Kurven des aktuellen Weges nicht zu der Strecke passten, die auf der Karte verzeichnet war und wir drehten um, da wir in die falsche Himmelsrichtung liefen.

Das Wetter war nicht das beste. Es war laut dem Thermometer am Kompass knappe 4°C und es regnete, sodass wir uns nach ein paar Stunden in einer Waldgaststätte bei einer warmen Schokolade etwas wärmten.

So, dann aber schnell weiter. Beim erkunden der Landschaft haben wir uns gedacht, das wir doch mal im nächsten Ort „Brotterode“ bei der Kirche vorbeischauen konnten und mal fragen, ob die Kirche gerade einen Raum für uns frei hätte für eine Nacht. Das war tatsächlich so und die Kinder freuten sich, da es schon sehr kalt war. Hätten wir da nur gewusst, was noch auf uns zukam… Wir wurden auf jeden Fall von einem sehr netten Pfarrer aufgenommen, noch einmal danke, falls sie das hier lesen! Da der Chor allerdings die Räume am Abend noch benötigte, mussten wir 2 Stunden noch überbrücken und gingen erstmal noch ein paar Kleinigkeiten einkaufen, die wir für die nächsten Tage brauchten. Da wir unsere Rucksäcke dort abstellen durften, gingen wir mit den benötigten Sachen für das Abendessen gingen wir zu einer Hütte, die wir auf der Karte sahen, etwa 3km von Brotterode entfernt.

Nach der warmen Nacht haben wir natürlich noch unsere Spuren im Haus bereinigt, wir haben schon eine Menge Dreck gemacht. Dann aber mal weiter… Bei weiterhin sehr feuchtem und kalten Wetter machten wir uns auf in Richtung Tabarz und Friedrichroda.

Nach sehr vielen schönen Aussichten, aber auch abgeholztem Wald liefen wir durch sehr dichten Nebel, wo ein paar „weiße Fotos“ geschossen wurden und ein paar „Schneepfützen“. Man hat schon gemerkt, dass man in einem Ski Gebiet unterwegs war, aber laut Wetterbericht, sollte es so warm sein, das es keinen großen Ärger mit Schnee geben sollte, was sich dann später auch änderte… Wo die Laufmotivation am Abend dann ein wenig sank, haben wir uns langsam wieder auf die Suche nach einem Zeltplatz gemacht. Leider waren alle Stellen in der Umgebung die auch nur ein wenig gerade waren sehr matschig, aber da konnten wir dann auch nichts machen und haben dann unser Zelt aufgebaut. Wegen der leichten Schräglage stand es nicht so gut und wir halfen und mit einigen zusätzlichen Holzheringen aus. Wir versuchten auch, den Boden mit Feuer zu trocknen, aber das misslang uns, weil das Holz aufgrund des Dauerregens viel zu nass war. Da wir auch etwas schusselig waren und insgesamt nur einen Poncho als Unterlage mithatten, entschlossen wir uns dazu, nur 4 Isomatten auszulegen und die Nacht etwas kuschelig zu verbringen.

CAM01639Jetzt begann das Verrückte: Anfangs regnete es ein wenig. Gut das war auch nichts Außergewöhnliches mehr. Wir versuchten zu schlafen und nach einiger Zeit bemerkten wir, dass es schneit. Das war toll, denn Schnee isoliert ja auch ein wenig, sodass die Nacht hätte wärmer werden können. Nach uns nach kam immer mehr Schnee runter und so langsam bemerkten die beiden außenliegenden, das der Schnee die Planen auf sie runterdrückte. Also schoben sie diesen zur Seite. Es wurde immer und immer mehr, und wir schoben den Schnee bis zum morgen einfach nur regelmäßig weg. Um 6 Uhr passierte es dann: Es gab einen Schlag, alle wachten sofort auf, denn das Zelt fiel zusammen. Es ist ein Baum auf unser Zelt gestürzt und nun saßen wir zu fünft in der Mitte des Zeltes, etwas eingeengt. Wir schauten durch das Dach heraus und bekamen erstmal einen Schock. Das Zelt war Mehr als die Hälfte im Schnee vergraben und unser Gepäck inklusive der Schuhe waren nicht erreichbar. Die Plane ließ sich auch zu fünft nicht wegdrücken. Ein paar Schuhe war in der Zeltmitte, so dass diese Person dann durch das Dach ausstieg und versuchte ein wenig Schnee wegzuschaufeln. Nach und nach, kamen wir an unsere Sachen und alle anderen zogen ihre Sachen an. Wir mussten insgesamt 3 Stunden lang den Schnee wegschaufeln, der sich schon ziemlich festgedrückt hatte. Drei unserer Zeltplanen haben einen sehr großen Riss gehabt, sodass wir diese für keine weitere Nacht hätten benutzen können. Deshalb entschlossen wir uns, dass wir die Fahrt leider abbrechen mussten. Die Risse waren so groß, dass man sie nicht einfach hätte flicken können.

Nach diesem Abenteuer liefen wir noch bis nach Friedrichroda. Wir besichtigten die Stadt noch ein paar Stunden, bis wir dann unsere Heimreise angetreten sind. Schade, dass die Fahrt nur so kurz war, aber schön waren die paar Tage trotzdem.

 

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